Moral & die Tendenz, das Denken zu lähmen / unterdrücken

“killing hurts the killer, not the killed”

Ich haben diesen Satz in den aufgezeichneten Gesprächen mit einem Heiligen gelesen. Man kann wohl sagen: Dies ist die radikal spirituelle Perspektive auf Gewalt in der Welt.

Wir verletzen uns selbst – und das in mehrfacher Hinsicht! Zum einen schmerzt uns das Töten an sich. Zum anderen ist das Gegenüber ein Teil von einem selbst.

Zumindest gilt dies für die meisten von uns.

Was man mit den machen soll, denen das Töten Freude und Befriedigung bereitet, weiß ich hier auch nicht.

Für uns, denen es Schmerzen bereitet, gilt: Wenn uns die Moral in unserem Denken allzu schnell befällt, kann es passieren, dass wir gar nicht bei der Erkenntnis ankommen, dass wir in unserem Herzen bluten. Insofern kann zuviel Moral auf Kosten von Einsicht und Gefühl gehen. Das Denken und Fühlen wird oberflächlicher, mechanischer, konformistischer. – Wo Nietzsche diesen Mißstand adressiert hat, gebe ich ihm Recht mit seiner Moralkritik.

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